Georg Britting
 

Ich bin am 17. Februar 1891 auf einer Donauinsel in Regensburg als Sohn eines städtischen technischen Beamten geboren. Von Schulsorgen abgesehen, verbrachte ich eine glückliche Jugend an den Ufern des geliebten Stroms. Von der Hochschule weg ging ich als Freiwilliger ins Feld, lag, die längere Zeit als Offizier, fast vier Jahre im Schützengraben, bis ich 1918 schwer verwundet in die Heimat zurückkam.“

Im Literaturbetrieb der Nachkriegszeit versuchte Britting sich einen Platz zu erarbeiten, schrieb Rezensionen für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften und gab zusammen mit dem Maler Josef Achmann die expressionistische Monatszeitschrift Die Sichel heraus. Allerdings lag Regensburg seinerzeit noch ziemlich tief in der Provinz; die Chancen, von hier aus die literarische Welt zu erobern, waren eher gering. Also ging Britting – ebenso wie Achmann – 1921 nach München, wo er bis zu seinem Tod 1964 als freier Schriftsteller lebte.

 
 
 
   
 
               
   

Sein Stück Die Stubenfliege wurde 1923 am Münchner Residenztheater uraufgeführt, mit der Erzählung Hinterhauser und sein Fräulein gewann er 1928 Preis des Novellen-Wettbewerbs der Berliner Illustrierten. Im gleichen Jahr wurde ihm ein zweijähriges Stipendium des Ullstein-Verlags zuteil. 1930 veröffentlichte er seinen ersten Lyrikband mit dem schlichten Titel Gedichte, sein einziger Roman, Lebenslauf eines dicken Mannes, der Hamlet hieß (1932), wurde ins Französische, Holländische und Polnische übersetzt.

Bis 1944 veröffentlichte er die meisten Gedichte und Prosastücke in der Zeitschrift Das innere Reich, in der auch etliche Vertreter der Inneren Emigration gedruckt wurden. Britting führte während der Zeit des Nationalsozialismus eine politisch unauffällige Existenz und vermied den offenen Konflikt. Als politisch unbelastet eingestuft, konnte er nach dem Krieg sofort wieder publizieren, wurde 1948 Gründungsmitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, erhielt im Lauf der Jahre den Bayerischen Verdienstorden, das große Bundesverdienstkreuz und eine Reihe bedeutender literarischer Preise.

Die kleine Welt am Strom aus dem Jahr 1933 sollte Brittings größter Erfolg werden. In Gedichten und Erzählungen zeichnet er ein Bild seiner Geburtsstadt und ihrer Bewohner, in eindringlichen Naturbeschreibungen, einer hochpoetischen prägnanten Sprache, ungemein ausdrucksstarken Bildern und bewegenden Geschichten.

               
 

Georg Britting:
Die kleine Welt am Strom
Lesung mit Musik
ISBN 978-3-939529-06-6
2 CDs, 92 Minuten, 17,90

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