Jaroslav Durych
 
 
 
 
   

Jaroslav Durych wurde 1886 in Königgrätz geboren. Nach seinem Studium an der Prager Universität diente im Ersten Weltkrieg als k.u.k. Militärarzt. 1918 trat er der neuen tschechoslowakischen Armee bei, in der er es bis 1938 blieb. Neben seinem Beruf als Militärarzt verfasste er zahlreiche Erzählungen und Romane. Durych war in der Zwischenkriegszeit ein literarischer Einzelgänger, den seine konservativen Ansichten in Konflikt mit dem herrschenden Zeitgeist brachten. So wertete er die habsburgische Epoche als eine durchaus fruchtbare Zeit für Böhmen und trat 1937 für den spanischen Diktator Franco ein. Diese politische Einstellung belastete ihn bereits 1945 und besonders nach der kommunistischen Machtergreifung 1948. Durych war verfemt, seine Werke wurden verboten. Erst nach 1989 wurde seine literarische Bedeutung in seiner tschechischen Heimat wieder gewürdigt.

 
 
 

 

In seiner 1929 erschienenen Wallenstein-Trilogie Friedland beschreibt Durych mit beklemmender Eindrücklichkeit die Hinrichtung der 27 böhmischen Standesherren auf dem Altstädter Ring am 21. Juni 1621, mit der die Habsburger nach ihrem Sieg in der Schlacht am Weißen Berg auf den Prager Fenstersturz reagierten. Dieser Textausschnitt ist zu hören auf unserer Böhmen Anthologie Das Leben ist zum Verrücktwerden schön.

 

   

Arthur Schnabl (Hrsg.):
Das Leben ist zum Verrücktwerden schön - Böhmische Geschichte literarisch
Lesungen mit Musik
ISBN 978-3-939529-03-3
3 CDs, 19,90 €