Jaroslav Hašek
   
 
 
 
 

Seine Schul- und Berufsausbildung empfand der Sohn eines Prager Gewerbelehrers als unzulässige Einschränkung seiner Lebenserfahrungen. Schon vor dem 1. Weltkrieg war der junge Hašek ein "polizeibekanntes Individuum" und trieb mit den staatlichen und moralischen Autoritäten sein Narrenspiel. Er verfasste hunderte humoristisch-anarchischer Geschichten, die ihren weltliterarischen Gipfel in den Abenteuern des braven Soldaten Schwejk erreichten. Darin spiegeln sich die Erfahrungen des 1. Weltkriegs, den der Autor zunächst als österreichischer Soldat und nach seiner Desertion als sowjetischer Kommissar erlebte. Nach seiner Rückkehr nach Prag gelang es ihm gerade noch, den Schwejk zu schreiben, bevor er 1923 im Alter von 39 Jahren an den Folgen seiner Alkoholsucht starb.

 
   
           
                   
   

Ähnlich dem Don Quijote oder Guliver ist der Schwejk eine literarische Figur von allererstem Weltrang. Eine Sammlung tschechischer Literatur, wie knapp bemessen auch immer, wäre ohne ihn nicht nur unvollständig - sie wäre schlicht nicht denkbar, zumal der brave Soldat Schwejk neben der Weltliteratur auch ein Stück tschechischer Zeitgeschichte versinnbildlicht, ebenso wie ein Stück tschechischer Weltanschauung - nicht die unsympathischste und nicht die unwesentlichste.

 

 
   

Arthur Schnabl (Hrsg.):
Das Leben ist zum Verrücktwerden schön - Böhmische Geschichte literarisch
Lesungen mit Musik
ISBN 978-3-939529-03-3
3 CDs, 19,90 €