Jan Neruda
     
 
 
 
   

  Jan Neruda wurde 1834 in ärmlichen Verhältnissen auf der Prager Kleinseite geboren. Dennoch konnte er Jura, Geschichte und Philologie studieren. Danach arbeitete er als Journalist und veröffentliche zahlreiche Gedichte, Feuilletons und Erzählungen. Den Höhepunkt seines schriftstellerischen Schaffens stellen die Kleinseitner Geschichten dar, die 1878 als Buch erschienen. Er war Anhänger der Idee der tschechischen nationalen Wiedergeburt und wurde in diesem Zusammenhang 1971 als Verräter der Nation bezeichnet. 1891 starb er als armer und von den Menschen entäuschter Mann, der sich zeitlebens verkannt gefühlt hatte. Heute gilt Neruda als Vater der modernen tschechischen Literatur, als Nationaldichter.  

Seine Stoffe holte sich Neruda durch genaue Beobachtung seiner kleinbürgerlichen Umwelt. Mit seiner unnachahmliche Mischung aus Komik und Tragödie zeichnete er Porträts, die zu den einfühlsamsten Schilderungen des Alltags des 19. Jahrhunderts gehören. Seine Geschichte Der Harfner Josef auf unserer Böhmen-Anthologie Das Leben ist zum Verrücktwerden schön entstammt seinen Bildern aus dem alten Prag, die erstmals 1864 erschienen.

 

 

Arthur Schnabl (Hrsg.):
Das Leben ist zum Verrücktwerden schön - Böhmische Geschichte literarisch
Lesungen mit Musik
ISBN 978-3-939529-03-3
3 CDs, 19,90 €