Adalbert Stifter
     
 
 
 
   

       
       
Adalbert Stifter wurde am 1805 in Oberplan im Böhmerwald (heute Horní Planá) geboren. Von 1826 bis 1830 studierte er zunächst Jura, dann Naturwissenschaften und Geschichte in Wien, machte aber in keinem der Fächer eine Abschlussprüfung. Bereits während seiner Studienzeit betätigte er sich als Maler und Schriftsteller, sowie - da er von seiner Kunst nicht leben konnte - als Privatlehrer in Wiener Adelshäusern.

Mit der Erzählung Hochwald gelang Stifter 1842 der Durchbruch, der ihn auch finanziell unabhängig machte. Im Revolutionsjahr 1848 wurde Stifter in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt und zog nach Linz.

In seinen letzten Lebensjahren litt Stifter unter Depressionen und an den Folgen seiner Alkoholsucht. Er starb am 28.1.1868.

 
           
                   
     

Lange Zeit wurde Stifter als böhmisch-österreichischer Heimatschriftsteller angesehen, als biedermeierlicher Naturschilderer und Idylliker, als Erbauungsschriftsteller und Harmonisierer. Erst seit dem 20. Jahrhundert wird er als vielschichtiger, als abgründiger Künstler wahrgenommen, dem Kunst und Ästhetik nicht nur als wesentliche Bildungsmittel für die Humanisierung der Menschenwelt dienen, sondern als Bewältigungsstrategien krisenhafter Welt- und Existenzerfahrung.

Stifter ist Autor zahlreicher Novellen und Erzählungen. In seinem Spätwerk, dem historische Prosapeos Witiko, gestaltet er die Frühzeit der tschechisch-deutschen Beziehungen. Ein Text-Ausschnitt aus diesem Roman, faszinierend gelesen von Gerd Burger, stellt den Auftakt der LOhrBär-Anthologie Das Leben ist zum Verrücktwerden schön dar.

 
                   
     

Arthur Schnabl (Hrsg.):
Das Leben ist zum Verrücktwerden schön - Böhmische Geschichte literarisch
Lesungen mit Musik
ISBN 978-3-939529-03-3
3 CDs, 19,90 €