Johannes Urzidil
 
     
 
 

 

Johannes Urzidil wurde 1896 in Prag geboren. Der Sohn eines deutschen Vaters und einer tschechisch-jüdischen Mutter war der Jüngste im legendären Prager Dichterkreis um Franz Werfel und Franz Kafka. Bis zu seiner Emigration im Jahr 1939 arbeitete er als Journalist und Kulturkritiker, eine Weile auch als Presseattaché an der deutschen Botschaft in Prag. 1939 ging er nach London und später nach New York, wo er eigentlich erst zum Erzähler wurde. Urzidil starb 1970 auf einer Vortragsreise in Rom, wo er auch begraben ist.

 

 

Zum Erzähler wurde Johannes Urzidil eigentlich erst im Exil. Sein großes Thema war die Beschwörung der Vergangenheit, in seinen Geschichten leuchtete noch einmal das alte Böhmen auf, wie es seit dem Jahr 1938 nicht mehr bestand. Seine Kurzgeschichte Ein letzter Dienst aus dem Jahr 1959, die auf unserer Böhmen-Anthologie zu hören ist, schildert die beklemmende Atmosphäre in Tschechien, wie sie kurz vor seiner Emigration geherrscht hatte.

 
 

Arthur Schnabl (Hrsg.):
Das Leben ist zum Verrücktwerden schön - Böhmische Geschichte literarisch
Lesungen mit Musik
ISBN 978-3-939529-03-3
3 CDs, 19,90 €