Milena
Jesenská wurde
1896 in Prag geboren. Als
Tochter eines wohlhabenden Zahnarztes wuchs sie in großer
Freiheit auf. Sie absolvierte 1907-1915 das Mädchengymnasium "Minerva",
das erste seiner Art in Mitteleuropa. Statt zu studieren, wie vom Vater
gewünscht, besuchte sie die Kaffeehäuser, vor allem das Cafe
Arco, wo sie unter anderem Franz Kafka kennen lernte. Von seiner literarischen
Bedeutung überzeugt, übersetzte sie seine Texte ins Tschechische.
Ab 1921 arbeitete sie als Journalistin und Korrespondentin für diverse
Zeitungen. Seit den 30er Jahren engagierte sie sich im Kampf gegen den
drohenden deutschen Faschismus. Nach der Besetzung der CSR half
sie couragiert vielen Flüchtlingen und Verfolgten. 1940 wurde sie
verhaftet und ins Konzentrationslager Ravensbrück gebracht, wo sie
1944 starb.
Lange
Zeit wurde Milena Jesenská lediglich unter dem Stichwort "Freundin
von..." und Empfängerin der Briefe an Milena subsumiert.
Ihre Artikel und Feuilletons sind jedoch bedeutende journalistische
Arbeiten
und Zeitdokumente, so zum Beispiel ihre Schilderung von Prag, am
Morgen des 15. März 1939, die auf unserer Böhmen-Anthologie
zu hören ist.
Arthur
Schnabl (Hrsg.):
Das Leben ist zum Verrücktwerden schön - Böhmische Geschichte
literarisch
Lesungen mit Musik
ISBN 978-3-939529-03-3
3 CDs, 19,90 €