Milada Soucková
   
 
 
 
 

Milada Souckova wurde 1898 als Tochter einer wohlsituierten Großbürgerfamilie in Prag geboren. Sie studierte Naturwissenschaften und Philologie, schrieb Artikel für Zeitungen und Zeitschriften und war Mitglied im Prager Linguistenkreis. 1945 wurde sie zur Kulturattachée der Tschechoslowakei in den USA ernannt. Dieses Amt legte sie jedoch 1948 aus Protest gegen die kommunistische Machtübernahme in ihrer Heimat nieder und kehrte nicht mehr in die Tschechoslowakei zurück. Von 1950 bis 1973 lehrte sie an diversen amerikanischen Universitäten Bohemistik und slawische Literaturen. Neben ihren literaturwissenschaftlichen Studien veröffentlichte sie Gedichte, Erzählungen und Romane.

Am 28. Oktober 1918 riefen die Tschechen ihre Unabhängigkeit von Österreich aus. Damit ging - fast genau dreihundert Jahre nach dem Prager Fenstersturz - der tschechische Traum von einem eigenen Staat in Erfüllung. Die Euphorie war riesig. Milada Soucková hat als 20-Jährige diesen nationalen Taumel miterlebt. In ihrem Roman Der unbekannte Mensch beschreibt sie den Einbruch dieses außerordentlichen Ereignisses in den normalen Famielenalltag. Zu hören ist diese Textpassage auf unserer Böhmen-Anthologie Das Leben ist zum Verrücktwerden schön.

           
 

Arthur Schnabl (Hrsg.):
Das Leben ist zum Verrücktwerden schön - Böhmische Geschichte literarisch
Lesungen mit Musik
ISBN 978-3-939529-03-3
3 CDs, 19,90 €